Schachsaison startet am 23.09.2018

Ab Sonntag, 23.09.2018 geht es für die Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen wieder um Sieg und Niederlage, um Brett- und Mannschaftspunkte. Erstmals sind die „Emswölfe“ mit zwei Mannschaften auf Hessenebene vertreten: die erste Garnitur tritt in der Hessenliga an und peilt dort den Durchmarsch in die Schach-Oberliga an, die Zweite geht in der Landesklasse Nord auf Punktejagd und will den Aufstieg in die Verbandsliga realisieren.

Für diese Ziele hat man kräftig aufgerüstet und mit Vladimir Onischuk einen leibhaftigen Großmeister am ersten Brett gemeldet, damit die „Mission Aufstieg“ auch gelingt. Zudem hat man namhafte Spieler aus der Region für ein Engagement gewinnen können, allen voran Landestrainer Uwe Kersten, spielstarker FIDE-Meister und mehrfacher Hessenmeister.

Ziel ist die Oberliga Ost, die dritthöchste Spielklasse in Deutschland. Dort, auf Bundesebene angekommen, wären die Emswölfe dann das schachsportliche Aushängeschild Nordhessens. 

Auch die 2. Mannschaft wurde verstärkt und geht als großer Favorit in die neue Saison. Verstärkt mit einigen Akteuren, die noch im letzten Jahr den Aufstieg der 1. Mannschaft in die Hessenliga realisiert haben, sollte auch hier der Durchmarsch in die Verbandsliga gelingen. 

Einen gelungenen Vorbericht auf die neue Saison gibt es auch auf der Seite des hessischen Schachverbandes unter http://www.hessischer-schachverband.de/ligabetrieb/saison-2018-19/vorbericht-saison-18-19. 

Los geht es für die „Erste“ mit einem Auswärtsspiel beim an Nummer 9 gesetzten SK Bad Homburg; das sollte allenfalls eine Pflichtaufgabe werden, trotzdem ist Konzentration angesagt. 

Die 2. Mannschaft muss auswärts beim SC Fulda ran. Hier geht es gleich in ein Spitzenspiel, treffen doch die beiden topgesetzten Teams der Landeklasse Nord aufeinander. 

Unsere 3. Mannschaft hatte den angepeilten Aufstieg in die Nordhessenliga knapp verpasst und tritt erneut in der Bezirksliga an. In der neuen Saison soll der Aufstieg nun aber gelingen. Erste Bewährungsprobe für die neuformierte Mannschaft ist ein Auswärtsspiel beim Nachbarn in Bad Arolsen.

Die neu gemeldete 4. Mannschaft beginnt in der Kreisliga und wird ebenfalls aufsteigen wollen. Saisonbeginn ist hier aber erst am 21.10.2018.

 

Emswölfe zum dritten Mal Deutscher Blitz-Mannschaftsmeister!

Die Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen haben den Titel der Deutschen Mannschaftsblitzmeisterschaft in Solingen erneut verteidigen können!

Dabei war Gastgeber Solingen, immerhin Bundesligist und Deutscher Vizemeister, mit den stärksten Spielern seiner 1. Mannschaft angetreten. Der Titel sollte unbedingt in die Scherenstadt geholt werden.Doch die laut ELO-Wertung nominell etwas schwächeren Emswölfe verteidigten mit Glück und Geschick den bereits 2016 und 2017 errungenen Titel des deutschen Blitz-Mannschaftsmeisters.

Zwar verloren die Emswölfe die beiden Spitzenduelle gegen Solingen und Deizisau jeweils knapp mit 1,5:2,5, zeigten sich gegen den Rest des Feldes jedoch gnadenlos und erzielten in 27 Runden 50:4 Mannschaftspunkte und 92 Brettpunkte. Die unmittelbaren Verfolger ließen dagegen überraschende Punkte gegen weiter hinten platzierte Teams und konnten daher den Vorteil nicht nutzen: Solingen kam ebenfalls auf 50:4 Punkte, aber „nur“ 90 Brettpunkte, Deizisau errang 47:7 Mannschaftspunkte.

Zusätzlich schafften die Emswölfe auch das Kunststück, an den Brettern 2-4 den erfolgreichsten Spieler zu stellen. Lediglich an Brett 1 musste GM Alexander Zubov dem Weltranglistensiebten GM Anish Giri aus den Niederlanden den Vortritt lassen.

Die erfolgreichen Emswölfe: die GMs Vladimir Onischuk, Pavel Ponkratov, Alexander Zubov und Pavel Maletin

 

Hier die Aufstellungen der ersten drei platzierten Mannschaften:

 

1.21.SF Bad Emstal/Wolfhagen2665 250250 – 492.02262.50
1. Zubov,Alexander2716 196222.0 – 5.0263.5019
2. Onischuk,Vladimir2660 231323.5 – 3.5275.0023
3. Ponkratov,Pavel2647 222323.0 – 4.0267.5022
4. Maletin,Pavel2635 215123.5 – 3.5270.7521
 
2.28.SG Solingen I2682 242150 – 490.02229.50
1. Giri,Anish2776 216024.0 – 3.0285.7521
2. Harikrishna,Pentala2727 184320.0 – 5.0247.0018
3. Predojevic,Borki2670 175119.5 – 3.5223.5017
4. L’Ami, Erwin2630 191119.5 – 1.5241.5019
5. Smeets,Jan2608 6247.0 – 5.067.506
 
3.17.SF Deizisau2569 223247 – 781.52005.00
1. Leko,Peter2748 1610121.0 – 6.0251.7516
2. Heimann,Andreas2667 1710022.0 – 5.0279.2517
3. Kozul,Zdenko2601 202521.0 – 6.0265.2520
4. Keymer,Vincent2261 155717.5 – 9.5167.5015

 

Alle Ergebnisse unter https://www.schachgesellschaft.de/35-deutsche-mannschaftsmeisterschaft-im-blitzschach/ und einen sehr interessanten Turnierbericht unter https://www.schachbund.de/spielbetrieb-news/sf-bad-emstal-wolfhagen-gelingt-blitz-hattrick.html.

Dritte verpasst Aufstieg in die NHL

Unsere Dritte Mannschaft unterlag am Sonntag, 06.05.18 im Relegationsspiel gegen die TG Wehlheiden II.

Die Emswölfe hatten schon mit einem starken Gegner gerechnet und sich dementsprechend aufgestellt. Es sollte nichts dem Zufall überlassen werden, aber es kam ganz anders.

Vorerst ging man durch Siege von Reshetar gegen Rehbein und Peppas gegen Müller B. mit 2:0 in Führung. Doch der enorme Kampfgeist der Wehlheider brachte die Wende gegen die gut aufgestellten Emswölfe. Zuerst konnte Nils Beyer an Brett 5 seine Partie gegen Keik Remis halten und so die Wende in beiderseitiger Zeitnotphase einleiten. Dann setzte Michael Mertens seinen Gegner Tegze unter Druck. In der hektischen Schlussphase bot er ein Schach, bei dem dem Emstaler König nur noch ein Feld zur Flucht blieb, um dann eine Springergabel anzusetzen, die eine Figur und die Partie gewann. Das war ein richtiger Paukenschlag. Ein Bravo dem Gegner Michael Mertens.

An Brett 2, Uwe Pichl gegen Andreas Haan, konnte keiner einen richtigen Vorteil erzielen. Aber dann übersah Haan eine gewinnbringende Kombination, in dem er einen Bauern auf Kosten eines Schachgebotes hätte bekommen können. Stattdessen zog er den König aus dem Schachgebot und ließ so zu, dass sein Gegner den Bauern bis kurz vor der Umwandlung zog –  die Abwehr kostete Haan eine Leichtfigur und anschließend die Partie. Lange wurde gerätselt, was bei einem Ergebnis von 2,5 : 2,5 ansteht, bis Kiebitz Karl-Heinz Schnegelsberg, von seinem Smartphone die Regel vortrug:

Danach zählen erst die erzielten Punkte, dann der direkte Vergleich -bis dahin alles klar – doch dann würde die Berliner-Wertung gelten. Somit hat die TG Wehlheiden mit ihrer 2. Mannschaft die Relegation und damit den Aufstieg in die Nordhessenliga geschafft.

Trotz einer nicht erwarteten Niederlage der Emswölfe gratulieren wir der mit einer tollen Mannschaftsleistung verdient aufgestiegenen TG Wehlheiden.

Das bedeutet aber auch, dass wir in der nächsten Saison in der Bezirksliga spielen und nicht, wie vom Verfasser in seinem letzten Beitrag erwähnt, in der Nordhessenliga antreten. 

Zweite Mannschaft Nordhessenmeister, Dritte in Aufstiegsrelegation!

Am 9. Spieltag der Schach-Nordhessenliga machte auch unsere 2. Mannschaft das erhoffte Meisterstück. Am letzten Spieltag, der als Zentrale Runde in Baunatal stattfand, gewann das Team mit 5,5:2,5 gegen Caissa Kassel 2 und verwies damit den punktgleichen Verfolger aus Bad Arolsen auf Grund des klar besseren Brettpunkteverhältnis (55,5 gegenüber 47,0) auf Platz 2.

Gefühlsmäßig schleppten sich die Emswölfe aber mehr ins Ziel, als dass sie den Kampf überlegen gestalteten. Drei Ersatzspieler waren von vornherein nötig, und Geburtstagskind Jörg Wiegel musste kurzfristig auch noch einspringen, weil Erhard Hübenthal fernblieb, damit überhaupt ein volles Team gestellt werden konnte.

Im brechend vollen Bürgerhaus in Altenritte begann dann um 14 Uhr die Zentrale Runde mit allen 5 Begegnungen der Nordhessenliga und 4 Spielen der Kreisliga West. Für den ersten vollen Punkt für die Emswölfe sorgte nach etwa zwei Stunden Carsten Kumm, der Christina Schwarznecker überspielte. Zu diesem Zeitpunkt standen Emil Ackermann gegen Lars-Quentin Mastmeyer und Josef Resch gegen Sebastian Rudolph allerdings schon sehr verdächtig, auch Jörg Wiegel hatte keinen Vorteil gegen Manfred Pinnow. Der bot dann auch Remis an, was anhand der Stellungen an den anderen Brettern abgelehnt wurde – um dann nach einer schlechten Partiefortsetzung mit dem Rücken zur Wand zu stehen.

Derweil nutzte Hagen Rewald die übereifrigen Angriffsversuche seines Kontrahenten Wolf-Hajo Baschin zu einem Gegenschlag aus, der ihm langanhaltende Initiative gegen die feindliche Königsstellung bescherte. Dem Druck war der Caissa-Nachwuchsspieler auf Dauer nicht gewachsen, und so übersah er in wohl schon verlorener Stellung auch noch ein einzügiges Matt, wodurch die Emswölfe mit 2:0 in Führung gingen. Inzwischen ging die Partie von Emil endgültig den Bach runter, aber das Geburtstagskind hatte heuer Glück und konnte die luftige Königsstellung seines Gegners zu einem Ablenkungsopfer nutzen, wonach ein Matt in spätestens 4 Zügen erzwungen war – Zwischenstand damit 3:1.

Vereinsvorsitzender Thomas Körber offerierte seinem Gegner Calvin Küthe anschließend in besserer Stellung mannschaftsdienlich ein Remis, das dieser auch annahm, bevor Georgiy Cermianin Gerd Geißer zur Aufgabe zwang und damit den Sieg, Meistertitel und Aufstieg sicherte. Der bange Blick an den Nebentisch zur Arolser Begegnung, die die Waldecker leicht und locker mit 6:2 gegen Bad Soden-Allendorf gewannen, war somit nicht mehr nötig. Josef Resch konnte nun seine Verluststellung leichten Herzens aufgeben, bevor Mikhail Bemak an Brett 1 seinen minimalen Materialvorteil im Turmendspiel tatsächlich noch zu einem vollen Punkt verwerten konnte.

Damit wurde der angestrebte Aufstieg in die Landesklasse Nord realisiert. Der geneigte Leser darf davon ausgehen, dass die Emswölfe auch in der nächsten Spielzeit mit einer konkurrenzfähigen Mannschaft an den Start gehen werden.

 

Die dritte Mannschaft hat ebenfalls das angestrebte Minimalziel „Aufstiegsrelegation“ erreicht. Am letzten Spieltag gewann das Team in der Besetzung Mykola Tegze, Andreas Haan, Alexsander Reshetar, Carsten Kumm und Josef Resch mit 3,5:1,5 beim „Kleinen König“ Heckershausen und profitierte auch noch von der überraschenden 2:3-Niederlage des SC Diemelstadt. Meister SC Homberg gab sich dagegen keine Blöße und sicherte sich souverän den Bezirksliga-Titel.

Einen Erfolg in der Relegation gegen die TG Wehlheiden 2 vorausgesetzt, würde man dem SC Homberg in die Nordhessenliga folgen. Der Relegationskampf findet am Sonntag, den 06.05.2018 um 14 Uhr in den Räumen des Gemeindezentrums Kassel-Harleshausen statt.

Emswölfe vor erneutem TRIPLE

Die Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen stehen kurz davor, den Erfolg aus dem vergangenem Jahr zu wiederholen, hatten in der letzten Saison doch alle 3 Mannschaften den Aufstieg in die nächsthöhere Liga geschafft.

Dem steht nur noch ein Stichkampf (Relegation) gegen den Zweitplatzierten der Bezirksliga Ost, SAbt.TG Wehlheiden 2, am Sonntag, den 06.05.2018 um 14 Uhr in den Räumen des Gemeindezentrums Kassel-Harleshausen im Wege.

Für die kommende Saison suchen wir weiterhin Spieler für den Aufstieg in die Nordhessenliga mit der 3. Mannschaft. Sie sollten über ausreichende Spielstärke verfügen, um die Klasse zu halten.

Aber auch für alle anderen Mannschaften in Hessenliga und Landesklasse wäre man Interessierten und Neuzugängen gegenüber nicht abgeneigt.

 

 

 

 

Emswölfe 2 bleiben auf Kurs Meisterschaft

Am 8. Spieltag der Schach-Nordhessenliga musste unsere 2. Mannschaft beim SK Vellmar antreten. Die Kasseler Vorstädter sind immerhin amtierender Meister der Nordhessenliga, mussten aber im letzten Jahr aus personellen Gründen auf einen möglichen Aufstieg verzichten.

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Die Gastgeber waren in keiner Phase in der Lage, den Kampf offen zu gestalten. FM Andriy Shankovsky überfuhr Alexander Wehr in noch nicht einmal 20 Zügen, Materialverlust bei anhaltendem Angriff erzwangen die sofortige Aufgabe. Anschließend zeigte Hagen Rewald wenig Mitleid mit Winfried Höhmann, der nach eigenem Bekunden seine letzte Turnierpartie spielte, opferte Qualität und bekam schließlich das Material mit Zinsen zurück.

Jörg Wiegel brachte sich schon durch ungenaue Eröffnungszüge in Nachteil, Gegner Andreas Wagner konnte langanhaltende Initiative entwickeln, bot aber dann überraschend Remis an, was sofort angenommen wurde. Umgekehrtes Bild dann bei Erhard Hübenthal, der auf den schwarzen König losging, aber dann ins Remis einwilligen musste, weil sein Kontrahent Thomas Löbermann alle Drohungen parieren konnte.

Zwischenstand damit nach noch nicht einmal 3 Stunden 3:1, und die Emswölfe standen auch an den restlichen Partien sehr gut. Thomas Körber konnte gegen Carsten Thurau seinen Vorteil ebenso zum vollen Punkt umwandeln wie Georgiy Cermianin gegen Alexander Benedikt. Damit war die volle Ernte bereits eingebracht. Vasyl Buryshin musste sich anschließend gegen Fiorino Calci mit einem Remis zufriedengeben, bevor Mikhail Bemak den starken Frank Gundlach zum Endstand von 6,5:1,5 in die Knie zwingen konnte. Gespielt waren doch noch keine 4 Stunden, es war also ein Sieg im „Schnelldurchlauf“.

Da auch die Schachfreunde aus Bad Arolsen gewannen, entscheidet sich die Meisterschaft tatsächlich erst am letzten Spieltag am 15.04.2018. Die Schlussrunde wird dabei als Zentrale Runde in Baunatal ausgetragen, so dass man dem Kontrahenten direkt über die Schulter schauen kann.

Emswölfe machen ihr Meisterstück!

Die Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen haben ihr erstes Saisonziel erreicht! Die 1. Mannschaft gewann das Spitzenspiel am 8. Spieltag der Verbandsliga Nord gegen den SC Fulda klar mit 6,5:1,5 und ist damit vorzeitig Meister und Aufsteiger in die Hessenliga.

Fulda reiste mit voller Kapelle in Bestbesetzung an, hatte aber gegen die sehr gut vorbereiteten Gastgeber nicht den Hauch einer Chance. Andriy Vachylya und Vesevolod Rytenko stellten frühzeitig auf 2:0, ehe Marcus Ramlow ein Remis beisteuerte. Danach machten IM Danylo Shkuran und Vladyslav Tiba mit zwei vollen Punkten und 4,5:0,5-Zwischenstand bereits den Sack zu, bevor die Ersatzleute Bogdan Basko und Jurij Lembak in jeweils besserer Stellung remis anboten.

Die letzten theoretischen Zweifel an Meisterschaft und Aufstieg beseitigte IM Viktor Skliarov, der seine Partie souverän zum Gewinn führte und die Emswölfe in der Tabelle uneinholbar nach vorn brachte. Bei zwei Mannschaftspunkten und 10 Brettpunkten Vorsprung ist das letzte Saisonspiel Ende April beim SK Marburg für die Emswölfe bedeutungslos.

 

IM Skliarov, hier im Spiel gegen Biebertal, sorgte mit seinem vollen Punkt zum Abschluss für das Meisterstück der Emswölfe

 

Dritte wahrt Aufstiegschancen!

Unsere 3. Mannschaft hat einen weiteren direkten Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg in die Nordhessenliga geschlagen. Der SC Diemelstadt, ohnehin nur mit vier Spielern angereist, hatte beim 4,5:0,5 der Emswölfe nicht den Hauch einer Chance.

Neuzugang Peppas, Alexander Reshetar und Mykola Tegze holten volle Punkte, Andreas Haan steuerte noch ein Remis bei. Josef Resch blieb kampfloser Sieger.

Damit festigte unsere Dritte den 2. Tabellenplatz hinter Homberg und hat beste Chancen, im nächsten Jahr ebenfalls eine Klasse höher antreten zu dürfen.

2. Mannschaft haarscharf am Punktverlust vorbei

Am 7. Spieltag der Schach-Nordhessenliga schrammte unsere 2. Mannschaft nur knapp an einem Punktverlust vorbei. Gegner war der SK Baunatal, als Tabellendritter angereist. Die VW-Städter hätten beim 3,5:4,5 beinahe einen Punkt entführt, sie hätten sogar gewinnen können.

Das Spiel begann bereits mit einer 2:0 Führung für den gastgebenden Tabellenführer, denn Baunatal brachte lediglich 6 Mann an die Bretter. Andreas Haan und Erhard Hübenthal konnten den Nachmittag als Kiebitze verbringen, doch was sie dabei zu sehen bekamen, konnte sie nicht zufrieden stellen.

Zunächst konnte Georgiy Cermianin seinen großangelegten Königsangriff gegen Jörn Hödtke nicht durchbringen, der Baunataler verteidigte sich zäh und rang mit Schwarz dem deutlich ELO-stärkeren Gegner ein verdientes Remis ab. Dann versemmelte Jörg Wiegel seine deutlich bessere Stellung durch einen unbedachten Damenzug, wo er doch Material und Punkt gewinnen konnte. Am Schluss musste er froh sein, dass sich Christof Weyer mit einem Remis zufriedengab und nicht auf Sieg spielte.

Auch hier also kein weiterer Sieg, ebenso wie bei Hagen Rewald, der aber mit den schwarzen Steinen keinerlei Probleme hatte, gegen Werner Meyn die Punkteteilung zu erreichen. Zwischenstand damit 3,5:1,5, doch Vorsitzender Thomas Körber stand gegen Alexej Sharikov bereits auf Verlust, und die beiden restlichen Begegnungen sahen ebenfalls sehr verdächtig für die Emswölfe aus.

Körber musste tatsächlich wenig später aufgeben, doch Alexander Reshetar hielt sein Turmendspiel gegen Juri Sarbidi remis, und auch unser Spitzenspieler Andriy Shankovsky nahm das überraschende Remisangebot von Christian Belz sofort an und sicherte damit den Mannschaftserfolg. Bei der Analyse im Nachhinein war klar, dass Andriy eigentlich auf Verlust stand, doch fehlende Bedenkzeit und sicherlich auch der Respekt vor ELO-Zahl und FM-Titel gaben den Ausschlag zugunsten des Wolfhagers.

Am Ende waren also die beiden kampflosen Punkte spielentscheidend; am Brett gelang kein einziger Erfolg. Das muss sich in der 8. Runde gegen Vellmar ändern, sonst gerät der Aufstieg in Gefahr.

Währenddessen erging es unserem ärgsten Verfolger aus Bad Arolsen ähnlich: auch dieser schleppte sich gegen 7 Kaufunger zu einem knappen 4,5:3,5-Erfolg. Dank der besseren Brettpunkte bleibt Bad Emstal/Wolfhagen 2 somit Tabellenführer und hat weiterhin alle Trümpfe in der eigenen Hand.

Baden-Baden gewinnt Pokalzwischenrunde in Wolfhagen

Der Deutsche Meister und Pokalverteidiger OSG Baden-Baden setzte sich in der Pokal-Zwischenrunde am Wochenende in Wolfhagen durch und steht im Halbfinale 2018. Damit wurde der „FC Bayern des Schachsports“ seiner Favoritenrolle gerecht, musste aber hartnäckigen Widerstand insbesondere der gastgebenden Emswölfe brechen.

Baden-Baden bot eine äußerst starke Mannschaft auf: mit dem für Aserbeidschan startenden Großmeister (GM) Arkadij Naiditsch (ELO 2701) und dem französischen GM Etienne Bacrot (2718) hatten sie gleich zwei Super-Großmeister dabei, dazu kamen mit Jan Gustafsson (2634) und Sergei Movsesian (2632) zwei weitere solide und renommierte GM.

Dem hatten die weiteren Gäste aus Hockenheim und Schwarzenbach nichts entgegenzusetzen. Vizemeister Hockenheim entsandte nicht einmal die zweite Garnitur, lediglich zwei Internationale Meister und ein FIDE-Meister waren am Start. Caissa Schwarzenbach, ein Verein aus dem saarländischen Homburg und in der 3. Liga beheimatet, brachte ebenfalls nicht die stärksten Spieler ans Brett, wäre aber auch mit diesen chancenlos gewesen.

Denn die Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen hatten ebenfalls groß aufgefahren und schickten vier GM der Extraklasse ins Rennen. Yuriy Kuzubov (ELO 2689) und Sergei Rublevsky (2663) gehören immerhin zu den TOP 100 der Weltrangliste, Vladimir Onischuk (2632) und Alexander Zubov (2612) sind nur unwesentlich schwächer. Daher rechneten sich die Emswölfe durchaus Chancen auf das Erreichen des Viertelfinales aus, und auch das Halbfinale schien durchaus möglich.

Zumal die Auslosung am Samstag die Paarungen OSG Baden-Baden-SV Hockenheim und Caissa Schwarzenbach-Schachfreunde Bad Emstal/Wolhagen erbrachte und damit das erhoffte leichte Los für die Emswölfe. Die setzten sich dann auch souverän mit 4:0 gegen die Saarländer durch. Genauso wie der Pokalverteidiger, der das ungleiche Gipfelduell gegen Hockenheim mit 3,5:0,5 für sich entschied.

So kam es am Sonntag ab 10 Uhr zum erhofften Duell der Emswölfe gegen die OSG Baden-Baden. Sergei Rublewsky musste sich am Spitzenbrett mit Arkadij Naiditsch auseinandersetzen, Yuriy Kuzubov bekam es an „2“ mit Etienne Bacrot zu tun, an Brett 3 versuchte sich Alexander Zubov gegen Jan Gustafsson, und am 4. Brett sollte Vladimir Onischuk den starken Sergei Movsesian im Zaum halten.

Nach gut einer Stunde Spielzeit zeichnete sich das erwartete zähe Ringen ab. Alle Partien standen ausgeglichen. Zur ersten Punkteteilung kam es nach mehr als drei Stunden. Alexander Zubov und Jan Gustafsson rauchten die Friedenspfeife; ein kleiner symbolischer Vorteil für den Meister, der mit Schwarz remis hielt. Dem ließen die Emswölfe kurze Zeit später den „symbolischen Ausgleich“ folgen: an Brett 4 willigte Vladimir Onischuk mit Schwarz gegen Movsesian in die angebotene Zugwiederholung ein. Zwischenstand war damit 1:1, und dann brannte der Baum.

Denn die Partien an Brett 1 und 2 entwickelten sich zu einem echten Krimi. Sergei Rublewsky hatte mit Schwarz die Initiative ergriffen, seine Figuren waren aktiver als die von Arkadij Naiditsch. Yuriy Kuzubov hatte mit Weiß eine optisch ansprechende Stellung und vor allen Dingen einen riesigen Zeitvorteil: Etienne Bacrot, der am Samstag schon einen halben Punkt lassen musste, schien mit seiner Stellung nicht zufrieden und hatte bis auf 3 Minuten seine gesamte Bedenkzeit aufgebraucht, musste aber in nicht einfacher Stellung noch 15 Züge bis zur Zeitkontrolle machen.

Sergei Rublevsky versuchte alles, wickelte in ein Endspiel Springer und Läufer plus 3 Bauern gegen Turm plus 4 Bauern ab, konnte aber den dann aktiven Naiditsch-Turm nicht neutralisieren und musste ins Remis einwilligen. Während dessen steuerte die Partie Kuzubov-Bacrot auf ihren Höhepunkt zu. Auf der Suche nach einer erfolgversprechenden Fortsetzung verbrauchte auch der für Wolfhagen startende Ukrainer fast seine gesamte Bedenkzeit, während der Franzose auf Badener Seite zu großer Form auflief und immer die richtigen Züge fand. Das Gegenspiel zeigte Wirkung, und mit der Zeitkontrolle unterlief dem Wolfhager eine Ungenauigkeit, die ihm leider ein verlorenes Endspiel bescherte. Ein schwarzer Bauer tauchte auf b2 auf, während der weiße Angriff im Nichts verpuffte. Mit einer Reihe feiner Züge erzwang Bacrot die Umwandlung des Bauers, woraufhin Kuzubov sofort aufgab.

Endstand also 2,5:1,5 für Baden-Baden; damit erreichte der Deutsche Meister und Pokalverteidiger Baden-Baden das Finalturnier, das Anfang Mai 2018 stattfindet. Für die Emswölfe bleibt positiv, dass sie damit bereits für die Zwischenrunde 2019 vorqualifiziert sind.

Emswölfe erreichen Viertelfinale – morgen gegen den Deutschen Meister

Das Losglück im Achtelfinale war auf Seiten der Gastgeber. Vera Tadler zog als Losfee die Begegnungen OSG Baden-Baden gegen SV Hockenheim und Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen gegen Caissa Schwarzenbach.

In beiden Matches setzten sich die ELO-Favoriten durch: Baden-Baden gewann gegen eine arg dezimierte Hockenheimer Mannschaft, die keinen der gemeldeten GMs ans Brett brachte, deutlich mit 3,5:0,5, die Emswölfe setzten noch einen drauf und schlugen Schwarzenbach glatt mit 4:0.

Damit kommt es im Viertelfinale morgen zum Duell der gatsgebenden Schachfreunde Bad Emstal/Wolfhagen gegen den amtierenden Deutschen Meister OSG Baden-Baden. Ein leichter ELO-Vorteil liegt auf Seiten der Gäste, doch die Emswölfe wollen sich so teuer wie möglich verkaufen.

Los geht es ab 10 Uhr im Gemeinderaum der Kirche St. Maria, Friedenstr. 13, 34466 Wolfhagen.

Auch das Viertelfinale wird live bei chess24.de und über diese Homepage übertragen.